Faszien Release

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"loslassen leicht gemacht"


Faszien faszinieren mich...
Robert Schleip ist führender deutscher Faszienforscher und Rolfing-Therapeut. Er schreibt: „Die Faszien, auch Bindegewebe genannt, sind der universelle Baustoff, der unseren ganzen Körper durchzieht, alle Organe umhüllt und uns Form und Struktur gibt. Dieses Material und seine Eigenschaften sind so interessant, dass ich vom Körpertherapeuten zum Naturwissenschaftler wurde: Ich wollte wissen, welchen Anteil die Faszien an menschlichen Bewegungen haben und was sie für Körper und Psyche wirklich bedeuten. Inzwischen ist mir klar, dass ihre Leistung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann – und dass wir gut daran tun, uns im Alltag und Sport der Faszien viel mehr bewusst zu werden.“ (Robert Schleip, Faszien Fitness, Seite 9)

Faszie – was ist das?
Zu den Faszien gehören das gesamte Bindegewebe, die Sehnen und die Bänder. Sie durchdringen unseren gesamten Körper als umhüllendes elastisches Netzwerk und verbinden so die einzelnen Organe, Knochen, Muskeln, Nerven miteinander. Sie haben keinen Anfang und kein Ende, sondern gehen nahtlos ineinander über. An manchen Stellen im Körper sind sie mehrere Millimeter dick, an anderen nur hauchdünn. Sie schützen den Körper, wirken wie ein elastischer Stoßdämpfer bei Bewegungen und geben ihm Halt. Faszien spielen eine wesentliche Rolle bei biochemischen Prozessen und bilden eine Matrix für die interzelluläre Kommunikation. Sie dienen also als Kommunikationsmedium, das unseren gesamten Körper durchzieht. Nach Verletzungen bilden Faszien die Grundlage für den Heilungsprozess des Gewebes.

Eine Arbeitseinheit: Muskel und Faszie
Mechanische und physiologische Höchstleistungen erbringt das Bindegewebe im Bewegungsapparat. Dass wir uns überhaupt bewegen können, geht entscheidend auf die Faszien zurück: Jeder einzelne Muskel, die einzelnen Faserbündel und sogar jede einzelne Faser sind umhüllt von dünnen Faszienschichten, die sich unabhängig vom Muskel zusammenziehen können. Diese Hüllen leiten die Kraft der Muskelfasern weiter, speichern die Energie, machen die Bündel von Muskelfasern gleitfähig und ermöglichen, dass der Muskel im wahrsten Sinne des Wortes reibungslos arbeitet. Sehnen (straffes fasziales Gewebe) sorgen für die Kraftübertragung an den Knochen, denn jeder Muskel ist über Sehnen mit Knochenansatzpunkten verbunden. Sehnen und Sehnenscheiden gehören also auch zum faszialen Aufbau des Muskels.
Darüber hinaus verbinden lange Leitbahnen von Faszien-Muskel-Einheiten mehrere Körperteile über weite Strecken miteinander, zum Beispiel vom Fuß über den Rücken bis hin zum Kopf.

Besonderes Augenmerk auf die Füße: Fundament, das uns trägt
Die Füße tragen uns jeden Tag, lassen uns „aufrecht“ bleiben und erden uns. Der menschliche Fuß ist ein biomechanisches Meisterwerk und Konstruktionswunder der Natur. Er besteht aus 28 Knochen, 30 Gelenken,
ungefähr 60 Muskeln, mehr als 100 Bändern und ca. 200 Sehnen. Die direkte muskuläre Verbindung der Füße reicht über die Unterschenkel bis zu den Knien.
Probleme, die an Füßen auftreten, können eine Kettenreaktion auslösen und den gesamten Bewegungsapparat ins Ungleichgewicht bringen. Verliert der Fuß seine Stabilität und Flexibilität, ist dies oft auch Ursache von Beschwerden in Knien, Hüfte und Rücken. Das reibungslose Funktionieren der Füße setzt voraus, dass wir sie pflegen, trainieren und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Dämpfungs-, Stütz- und Haltungsaufgaben zu erfüllen. Die wirkungsvolle Myofacial Release Therapie eignet sich hervorragend, um Fußbeschwerden zu lindern oder vorzubeugen.

Revolutionäre Faszienforschung
Auch wenn die Faszien bei Osteopathen und Rolfern schon lange im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen, so hat man doch erst in den letzten Jahren die wissenschaftlichen Untersuchungen auf die Faszien gelenkt. Der erste internationale Faszienkongress fand 2007 in Boston/USA statt. Die Liste neuer, teils revolutionärer Erkenntnisse über Faszien ist ziemlich lang, und fast täglich kommen aus aller Welt weitere Erkenntnisse hinzu.
Robert Schleip: „Einiges, was sich in den letzten Jahren an Wissen rund um das Bindegewebe angesammelt hat, wirft alte Konzepte über den Haufen oder löst manchmal geradezu einen Paradigmenwechsel aus: Ein Muskelkater etwa kommt weniger aus dem Muskelgewebe, sondern entsteht hauptsächlich in den Faszien, die den Muskel umhüllen. Rückenschmerzen haben ihre Ursache in vielen Fällen nicht in Wirbel- oder Bandscheibenschäden, sondern in den Faszien. Und die Faszien gelten inzwischen als eines unserer wichtigsten Sinnesorgane, das Bindegewebe schickt sogar Signale bis ins Gehirn und den Sitz des Bewusstseins. Alle Körperbewegungen werden von Sensoren in den Faszien mitbestimmt: Fallen sie aus, kann der Mensch seine Bewegungen nicht mehr steuern.“ (Robert Schleip, Faszien Fitness, Seite 10)
Neurologen und Physiologen konnten mittlerweile beweisen, dass die gesunden elastischen Faszien auf Stressbotenstoffe reagieren, indem sie entzünden, verhärten oder verkleben. Sie speichern emotionale / physische Traumata, muskuläre Überbelastung und Unterforderung durch Bewegungsmangel ab. Sie reagieren unter Stresseinwirkung mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit und schlechterer mechanischer Funktionalität. Solche verdickte, unelastische Faszien können Beschwerden in Nacken, Schulter, Rücken, Beinen, Füßen etc. zur Folge haben oder auch Muskeln und Nerven einengen und dadurch Schmerzen verursachen.
Ob Bewegung, Stoffwechsel oder Wahrnehmung: Beim erfolgreichen Zusammenspiel aller Strukturen in unserem Körper spielt das Netzwerk der Faszien eine wesentliche Rolle. Elastische und gesunde Faszien sind daher wichtig für unser Wohlbefinden und für einen gesunden Körper.

Erstaunliche Eigenschaften der Faszien
Seit sich Faszien im hochauflösenden Ultraschall beobachten lassen, konnte die Forschung erstaunliche Entdeckungen machen:
• Muskeln können ohne Faszien weder arbeiten noch ihre Form behalten – sie würden einfach wie ein zäher Sirup auseinanderfließen.
• Die Anzahl der Sensoren in den Faszien übersteigt die Anzahl von Sensoren in den Muskeln bei weitem.
• Faszien melden Informationen über Bewegung, Lage, Spannung, Druck und Schmerzen ans Gehirn und das vegetative Nervensystem.
• Faszien sind unser größtes Sinnesorgan – in der Fläche sogar größer als die Haut.
• Es sind die Faszien, die uns befähigen, unseren Körper wahrzunehmen.
• Zudem haben Faszien eine emotionale Erinnerung. Sie speichern alles physisch/emotional/seelisch Erlebte in sich - so auch Schmerzen.

Wirkung von Myofascial Release Therapie
Faszien tragen zum Glück in sich selbst ihren gesunden Bauplan; sie haben eine hohe Selbstheilungskraft und können bei entsprechender Behandlung sehr gut regenerieren. Sie benötigen für die Umbauzeit allerdings eine längere Zeit (einige Monate bis Jahre).
Dank der Faszienforschung kann man heute wissenschaftlich erklären, warum z.B. Rückenschmerzen durch Faszienbehandlungen gemindert werden können: nach einer Behandlung sind die Faszien nachweislich elastischer, weniger verklebt, weniger verhärtet und ermöglichen dadurch größere Beweglichkeit. Ziel der Faszien Therapie ist es, akute und chronische Verspannungen und Festhaltemuster zu lösen und auf die Faszienspannung des Gesamtorganismus ausgleichend einzuwirken. Dabei werden die Gelenke entlastet, muskuläre Fehlspannungen ausgeglichen, stereotypen Bewegungsmustern wird entgegengesteuert, der Körper neu balanciert, die chronischen Panzerungen des Gesamtsystems gelockert.
Außerdem ist erwiesen, dass die Faszien während der Behandlung beruhigende Botenstoffe ausschütten und harmonisierende Signale an das vegetative Nervensystem schicken.

Methodisch vereint Myofascial Release folgende Techniken:
a) manuelle zielgerichtete Tiefengewebs-Techniken, die auch mit Knöcheln oder Ellenbogen einfühlsam und sehr wirksam durchgeführt werden. Diese Techniken erreichen Muskeln/Faszien in ihrer Tiefe, die eine klassische Massage so nicht kennt;
b) sanfte Faszien-Traktionen, die großflächiger und mit sattem Druck durchgeführt werden, um die Beweglichkeit und Verschiebbarkeit der Faszien zu erreichen;
c) bei Bedarf ist auch eine Behandlung der myofaszialen Triggerpunkte äußerst effektiv. Die Triggerpunkte werden durch manuelle Kompression mit festem, lösenden Druck behandelt. 

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